See the music,
hear the dance!


Der Bühnentanz ist in der Kulturszene ein allgemein unterbewertetes Genre, aber so, wie sich Tanz während des letzten Jahrhunderts innerhalb des deutschen Stadttheatersystems zu einer eigenständigen Sparte emanzipiert hat, so wuchs und wächst noch immer die gesamte „freie Tanzszene“ in Freiburg. Die Freiburger „Bühnentanz-Szene“ wird hauptsächlich von zwei großen Tanzinstitutionen repräsentiert: dem Stadttheater mit PVC (Physical Virus Collective) Tanz Freiburg / Heidelberg und dem Verein Bewegungsart e. V., die mit verschiedenen Bereichen die gesamte freie Tanzszene prägen. PVC versucht, durch sein konzeptionell innovatives Produktionsspektrum mittlerweile nicht mehr nur den typischen „Theaterbesucher“, sondern durch experimentelle Projekte auch außerhalb der Theaterbühne ein breiteres Publikum zu erreichen. Bewegungsart bietet durch seine verschiedenen Komponenten ein vielfältiges Spektrum. Angefangen mit der Tanzausbildung über die Ausrichtung eines internationalen Tanzfestivals und der allgemeinen Fortbildung bis hin zur der choreo­grafischen Tanz­reihe K2 bildet es damit eine maßgebliche Unterstützung des Genres „Neuer Tanz“ in all seinen Aspekten. Diese zwei Institutionen fungieren als fruchtbarer Boden für alles, was in der freien Freiburger Tanzszene passiert.

Die Tanzszene ist im Vergleich mit den weit mehr etablierten Freiburger Musik- und/oder Kunstszenen relativ klein, präsentiert sich jedoch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Das interessierte Publikum ist sich oft nicht bewusst, dass die Freiburger Tanzszene ein qualitativ hochwertiges Angebot hat. So wissen beispielsweise die meisten Freiburger nicht, dass seit 2002 das International Contact Festival in Freiburg ausgetragen wird. Dieses mittlerweile renommierte internationale Festival ist einer der wichtigsten Treffpunkte für „KontakttänzerInnen“ weltweit! „Kontaktimprovisation“ hat heutzutage einen weit verbreiteten Einfluss auf fast jede professionelle zeitgenössische Tanzkompanie. Hier in Freiburg leben und arbeiten weltbekannte Lehrer, die in diesem Bereich unterrichten.

Das Freiburger E-Werk ist alle zwei Jahre Gastgeber für Tänzer/ innen und Choreografen/innen aus der ganzen Welt. Das Internationale Tanz Festival, welches auch im E-Werk stattfindet, bietet nicht nur ein hochgradiges Programm internationaler Tanz-Ensembles, es bildet auch Verbindungen und Synergien zwischen lokal und international agierenden Tänzern/innen und Choreografen/innen. Dieser Austausch sorgt für die Vielfalt im internationalen Stil und bringt neue künstlerische Impulse und Einflüsse in die lokale Szene ein. So manche namenhaften Künstler haben durch ihre Arbeit in Freiburg ihre Spuren in der heutigen Tanzszene hinterlassen. Im Stadttheater z.B. haben die Arbeiten von Pavel Mikulástik, Amanda Miller, Irina Pauls und Joachim Schlömer das Spektrum von zeitgenössischem Ballett zum neuen Tanztheater ausgebreitet. In der freien Szene sind unter anderem Lilo Stahl, Wolfgang Graf und Bernd Ka seit den frühen 1980ern in Freiburg mit renommierten Künstlern wie Sascha Walz und Meg Stuart sowie Eva Weißmann mit ihre „we are we Ensemble“, in der internationalen Tanzszene präsent. Stahl, Graf und Ka haben nicht nur das Fundament für eine lebendige Bewegung „Neuer Tanz“ in Freiburg etabliert, sondern auch gepflegt und fortwährend gefördert. Diese Vielfältigkeit ermöglichte unter anderem den heutigen Erfolg von zwei nennenswerten Crossover-Kompanien in der Freiburger Tanzszene: „HeadFeetHands“ (eine Mischung aus sogenanntem „Neuen Zirkus“, Tanz und Theater) und „madrugá flamenca“ (eine Mischung aus Flamencotanz, Musik und zeitgenössischem Tanz), die ganz klar auf dem Weg sind, ihren eigenen einzigartigen Stil zu etablieren.

Da finanzielle Unterstützung für Bühnentanz zwar existiert, jedoch sehr limitiert ist, muss die Freiburger Tanzszene, vor allem die freie Szene, stark um ihre Existenz kämpfen. Dabei könnten weit mehr fruchtbare Kooperationen zwischen einzelnen freien Künstlern und den etablierteren Institutionen gefördert werden. Gerade in Zeiten, in denen der Tanz als dritte Sparte als Erstes vom etablierten Bühnengeschehen wegrationalisiert wird, muss klar sein: Tanz ist eine der ältesten Kommunikations- und Ausdrucksmöglichkeiten der Menschheit, es ist eine Sprache, die auch der Betrachter immer wieder aufs Neue erlernen muss. Zeitgenössischer Tanz bietet eine einmalige Reflexion. Diese Sprache muss weiter gefördert, gelernt, gelehrt und am Leben gehalten werden.

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MACHER UND INSTITUTIONEN DIE DIE FREIBURGER TANZSZENE PRÄGEN.
Ganz persönlich und individuell ausgewählt, nominiert:

bewegungs-art www.bewegungs-art.de
HeadFeedHands www.headfeedhands.de
internationales contactfestival freiburg www.contactfestival.de
Internationales Tanzfestival www.tanzfestival-freiburg.de
koreografenkollektiv K2 www.koreografenkollektiv.de
Lilo Stahl www.lilostahl.de
madrugá flamenca www.madruga-flamenca.de
pvc www.pvc-tanz.de
we are we www.wearewe.de