Herbert Maier

“Speicher – Grosses Mexiko” (dreiteilig, 240×990 cm)

Ausstellung: Herbert Maier bis 4. September 2010
Inhaltlich betrachtet handelt es sich um die Sockel-Zone der Wand eines
Azteken-Tempels – aus großer Nähe
betrachtet. Ganz gewiss hat Herbert Maier kein Architektur-Bild
beabsichtigt. Entscheidendes Ziel seiner Arbeit an
diesem Bild ist es, dem aufgeschlossenen und aufmerksamen Betrachter
anschauliche Erfahrungen zu ermöglichen,
die nur in dem im Zeitfluss erlebbaren Prozess der Anschauung möglich
werden. Die Bewusstwerdung von Zeit geschieht nicht durch einen Trick – insofern ist es keine ‹trompe-l’œil›-Malerei – sondern durch die
natürliche Fähigkeit des Auges, zwischen konvex und konkav buchstäblich
hin und her springen zu können. Die Zeitspanne, die das Auge benötigt,
um von der Fläche in den Raum zu wechseln, macht Zeit erlebbar. Die
maltechnische Voraussetzung für das Möglichwerden solcher Experimente
und Erfahrungen
ist die Lasurmalerei Jan van Eycks. Herbert Maier hat in seiner
unerhört insistierenden Arbeitsweise diese Technik weiter entwickelt
und perfektioniert.
Franz Armin Morat, (Aus dem Vorwort zum Katalog)