Piratenbande auf Schatzsuche

Künstlerische Schwerpunkte/Profil? Thomas Hengelbrock ist eine der interessantesten Dirigentenpersönlichkeiten unserer Zeit. Musikwissenschaftlicher Forscherdrang, unkonventionelle Programmgestaltung, innovative Musikvermittlung und Lust an der Ausgrabung vergessener Meisterwerke wurden zu Markenzeichen seiner Arbeit. Grundlegende künstlerische Impulse erhielt er durch Assistenztätig­keiten bei Lutoslawski, Kagel und Doráti, ebenso durch seine Mitwirkung in Harnoncourts Ensemble Concentus Musicus. Ursprünglich von der zeitgenössischen Musik kommend, fühlt er sich sowohl in der historischen Aufführungspraxis als auch in der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts heimisch. Thomas Hengelbrock ist heute gleichermaßen als Opern- wie als Konzertdirigent international gefragt. Geschichte? Der gebürtige Wilhelmshavener studierte bei Conrad von der Goltz in Würzburg und Rainer Kussmaul in Freiburg Geige, bevor er selbst als Dozent u.a. an der Musikhochschule Freiburg lehrte. Früh machte er sich als Leiter verschiedener Ensembles einen Namen und ist heute als Dirigent, Regisseur, kreativer Kopf und Initiator innovativer Projekte weltweit gefragt. Er gründete den Balthasar-Neumann-Chor (1991) und das Balthasar-Neumann-Ensemble (1995), die zu den erfolgreichsten Formationen ihrer Art zählen. Perspektiven/Projekte? In der Saison 2011/12 wird Thomas Hengelbrock Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters. 2011 debütiert er bei den Bayreuther Festspielen mit Wagners „Tannhäuser“. Gemeinsam mit seinen Balthasar-Neumann-Ensembles erarbeitet er 2010 u.a. Bellinis „Norma“ auf historischen Instrumenten mit Cecilia Bartoli in der Titel-Partie. Was wäre beinahe aus Ihnen geworden? Pirat oder Pfarrer